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Linien in grafischen Ansichten lesen

Jede grafische Ansicht zeichnet Verbindungen zwischen Kästchen. Was eine solche Linie aussagt, steckt in vier Eigenschaften — und die bedeuten in allen Ansichten dasselbe.

Alle Linien sind geschwungen. Der Verlauf ist reine Zeichnung: er trägt keine Bedeutung, und deshalb sieht er überall gleich aus. Früher zeichneten einige Ansichten rechtwinklige Treppen und andere Kurven — wer zwischen ihnen wechselte, las den Formunterschied als Bedeutungsunterschied, und einen gab es nicht.

Eine Linie sagt zweierlei, und die beiden Aussagen sind voneinander unabhängig.

Die Strichart sagt, ob es die Beziehung gibt.

Bedeutung
durchgezogenDie Beziehung besteht.
gestricheltSie besteht nicht: sie ist erst geplant, sie soll wegfallen, oder es gab sie zum gewählten Stichtag noch nicht.

Die Farbe sagt, welcher Art sie ist.

FarbeBedeutungBeispiele
neutral (grau)Sie ordnet das Bild: Über- und Unterordnung, Zerlegung, Reihenfolge.untersteht, ist Teil von, hängt ab von
AkzentSie verbindet quer: wer führt etwas aus, wer verantwortet, wozu gehört etwas.führt aus, verantwortet, ist Mitglied, Matrix-Beziehung, Beteiligung
WarnfarbeFür diesen Beziehungstyp ist keine Bedeutung hinterlegt — das Bild kann ihn nicht einordnen. Ein Hinweis an die Verwaltung, kein Fehler in den Daten.
grün, gestricheltsoll angelegt werden (Entwurf)
rot, gestricheltsoll gelöscht werden, oder entfällt zum Stichtag
amber, gestricheltsoll geändert werden (Entwurf)

Das war nicht immer so. Vorher bedeutete „gestrichelt” je nach Ansicht neun verschiedene Dinge, und in der Wertschöpfung war es sogar der Normalfall — dort ist die Abhängigkeit die einzige Art von Verbindung und war trotzdem gestrichelt. Wer zwischen den Ansichten wechselte, musste die Bildsprache jedes Mal neu lernen.

Wenn ein eigener Beziehungstyp in der Warnfarbe erscheint, lässt sich das beheben: im Beziehungstyp unter Bedeutung das Feld x-graph-role setzen (siehe Beziehungstypen).

Sobald eine Ansicht mehr als eine Art zeigt — oder auch nur eine gestrichelte —, erscheint über dem Bild eine Zeile mit kurzen Linienmustern und ihrer Bedeutung. Sie wird aus den tatsächlich gezeichneten Verbindungen abgeleitet: Was im Bild nicht vorkommt, steht auch nicht in der Legende; und das Muster in der Legende ist dasselbe wie das im Bild.

Zeigt ein Bild nur eine einzige durchgezogene Art — das Organigramm eines Bereichs etwa, in dem jede Linie „ist übergeordnet” bedeutet —, bleibt die Zeile weg. Sie hätte nichts zu unterscheiden.

Ist ein Beziehungstyp als gerichtet hinterlegt, trägt die Linie eine Spitze. Sie folgt der Beziehung, nicht der Zeichnung: Bei einer Zerlegung wie „ist Teil von” steht das Ganze oben und der Teil darunter, der Pfeil zeigt trotzdem vom Teil zum Ganzen. Ob ein Typ als gerichtet gilt, legt der Tenant-Admin fest (siehe Beziehungstypen).

Fährst du mit dem Zeiger über eine Linie, tritt sie hervor und beide Kästchen an ihren Enden bekommen einen Schein. In einem dichten Bild laufen mehrere Linien dicht beieinander; die hervorgehobene Linie allein beantwortet die Frage „wohin führt sie?” nur halb.

Farbe und Strichart ändern sich dabei nicht — sie tragen die Bedeutung und dürfen sich beim Ansehen nicht verändern.

Die Linien im Bild sind das eine — die Umrisse der Kästchen, Karten und Kacheln das andere. Sie folgen derselben Logik, und zwar überall im Programm, nicht nur in den Diagrammen:

Gestrichelt heißt: nicht verbindlich da. Durchgezogen heißt: die Sache besteht.

Welcher Art das „nicht verbindlich” ist, sagt die Farbe:

Was du siehstWas es heißtWo es vorkommt
gestrichelt in einer Statusfarbeein Zustand: es soll entstehen, wegfallen oder sich ändernEntwurfskarte über einer Liste, Entwurfskreis, ausstehende Zelle in der Beziehungsmatrix
gestrichelt neutral, mit Inhaltes ist nicht die eigene, verbindliche SacheReplikat, ein geerbter Farbwert, „kein Zugang”
gestrichelt neutral, ohne Inhalthier ist noch nichts — oder hier kann etwas hinLeerzustände, Ablageflächen für Dateien, „Filter hinzufügen”

Ein Behälter ist dagegen durchgezogen: ein Wertstrom mit Teilketten, ein Unternehmen im Organigramm, ein Wegweiser zu einer anderen Seite. Diese Dinge bestehen, und ein gestrichelter Rand hätte behauptet, sie seien vorläufig.

Wo nur der Strich zu wenig wäre, kommt ein zweites Zeichen dazu. Ein Replikat trägt deshalb eine kleine Marke an der oberen linken Ecke — sie bleibt sichtbar, auch wenn der Entitätstyp eine eigene Musterung hat, die die Schraffur verdeckt.