Wenn zwei gleichzeitig arbeiten
Du legst einen Entwurf auf einer Rolle an. Während er auf die Freigabe wartet, ändert eine Kollegin dieselbe Rolle und ihre Änderung wird freigegeben. Dein Entwurf beschreibt jetzt einen Stand, den es nicht mehr gibt — und würde beim Veröffentlichen ihre Arbeit überschreiben.
Früher passierte genau das, und zwar still. Keiner von euch beiden hätte es erfahren.
Woran du es erkennst
Abschnitt betitelt „Woran du es erkennst“Jeder Entwurf merkt sich, auf welchem Stand er entstanden ist. Hat sich dieser Stand inzwischen verschoben, siehst du das an zwei Stellen — beide vor dem Klick auf Veröffentlichen:
- In der Entwurfsliste trägt die Zeile ein Symbol mit dem Hinweis „Grundlage veraltet”.
- Im Detailbereich steht darüber eine Karte „Die Grundlage hat sich verschoben”.
Der Text unterscheidet zwei Fälle, und der Unterschied ist wichtig:
| Text | Bedeutung |
|---|---|
| „Die Veröffentlichung wird abgelehnt, bis die Änderung auf dem aktuellen Stand aufsetzt.” | Der Versuch scheitert. Du musst etwas tun. |
| „Die Veröffentlichung läuft, würde aber die neuere Fassung überschreiben.” | Der Versuch geht durch. Die Entscheidung liegt bei dir. |
Welcher der beiden gilt, hängt an einer Einstellung deines Mandanten (siehe unten).
Was du dann tun kannst
Abschnitt betitelt „Was du dann tun kannst“- Ansehen, was sich geändert hat. Die Historie des Elements zeigt die Änderung, die inzwischen gelandet ist, samt Begründung und Freigabe.
- Deinen Entwurf verwerfen, wenn die andere Änderung dein Anliegen schon erledigt hat.
- Neu ansetzen: verwerfen und einen neuen Entwurf auf dem aktuellen Stand anlegen. Der neue Entwurf bekommt automatisch die aktuelle Grundlage.
- Absprechen. Bei einem echten inhaltlichen Widerspruch ist das ohnehin der richtige Weg — die Plattform entscheidet solche Fälle absichtlich nicht selbst (siehe unten).
Was die Plattform NICHT tut
Abschnitt betitelt „Was die Plattform NICHT tut“Sie führt nichts automatisch zusammen, wenn beide dasselbe Feld geändert haben. Verschiedene Felder ließen sich zusammenführen; beim gleichen Feld ist jede Wahl eine fachliche Entscheidung, und die trifft ein Mensch. Ein automatisches „letzter gewinnt” wäre genau der stille Überschreiber, den diese Funktion abschafft.
Sie behandelt einen Entwurf ohne Grundlage nie als Konflikt. Zwei Fälle sehen von außen gleich aus: die Erstanlage eines Elements (es gibt noch keine Historie) und ein Entwurf, der vor Einführung dieser Prüfung entstand. Beide laufen unverändert durch — kein bestehender Entwurf wird durch diese Funktion unveröffentlichbar.
Sie hält bei einem eigenen Fehler nichts an. Lässt sich der aktuelle Stand nicht ermitteln, läuft die Veröffentlichung weiter. Eine Prüfung, die bei ihrem eigenen Fehler blockiert, würde im Zweifel die ganze Organisation anhalten.
Szenarien: ganz oder gar nicht
Abschnitt betitelt „Szenarien: ganz oder gar nicht“Ein Szenario bündelt viele Änderungen zu einer Entscheidung. Bevor die erste davon geschrieben wird, prüft die Plattform alle — die Änderungsgrundlage und die Freigabe — und nennt dir alle betroffenen Entwürfe, nicht nur den ersten. Sonst müsstest du dich einzeln durcharbeiten und bräuchtest so viele Versuche, wie es Konflikte gibt. Steht auch nur einer Änderung etwas im Weg, wird keine angewendet.
Eine Grenze gehört dazu: eine Änderung, die erst beim Schreiben an einer Prüfregel scheitert, wird zwar für sich zurückgenommen — die übrigen Änderungen des Szenarios bleiben aber angewendet. Diese Lücke ist bekannt und noch offen; sie aufzuheben verlangt einen Umbau des Veröffentlichungspfads, nicht eine weitere Vorabprüfung.
Mehr zum Szenario als Antrag: Szenarien und Sammelvorschläge.
Für Administratoren: die drei Stufen
Abschnitt betitelt „Für Administratoren: die drei Stufen“Die Prüfung wird in drei Schritten eingeführt, und das ist Absicht. Ein Falsch-Positiv würde jede Veröffentlichung verhindern — also wird erst gemessen, dann geschaltet.
| Stufe | Verhalten |
|---|---|
| aus (Voreinstellung) | Es wird mitgeschrieben, aber nichts geprüft. Nach dem Einspielen verhält sich nichts anders. |
| beobachten | Der Konflikt wird erkannt, angezeigt und protokolliert — die Veröffentlichung läuft durch. So siehst du, wie häufig er wirklich vorkommt. |
| scharf | Der Konflikt verhindert die Veröffentlichung mit einer klaren Meldung. |
Geschaltet wird über die Umgebungsvariable FLAG_MERGE_BASE_CHECK (off / shadow /
enforce); die Einstellung gilt ab dem nächsten Start und propagiert automatisch an
Cell-Installationen. Erst auf shadow messen, dann auf enforce.
Verwandt: Drafts – Entwürfe · Freigabe-Modi · Änderungshistorie · Governance Mining