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Das Bedarfsprofil — drei Achsen

Wer einen Bedarf deckt, muss auf drei Fragen passen. Zwei davon sind qualitativ, eine ist quantitativ — und sie werden getrennt beantwortet, weil sie zu verschiedenen Handlungen führen.

Gebraucht wird selten „jemand mit Skill X”, sondern „jemand, der diese Arbeit macht”. Und diese Arbeit ist im Modell schon beschrieben: als Verantwortlichkeiten einer Rolle.

Ein Bedarf fordert deshalb in der Regel eine Rolle (Beziehungstyp REQUIRES_ROLE); ihre Verantwortlichkeiten beschreiben, was zu tun ist. Gibt es keine passende Rolle, lassen sich die Tätigkeiten frei eintragen — Bedarf ohne passende Rolle muss ausdrückbar bleiben.

Die Tätigkeit ist nicht die Kür, sondern die erste Frage. Ein Bedarf, der nur Kompetenzen nennt, sagt, was jemand kann — nicht, was er tun soll.

Über den Beziehungstyp REQUIRES fordert ein Bedarf Kompetenzen, jeweils mit einer Mindeststufe. Die Stufe steht dabei an der Beziehung, nicht an der Kompetenz — nur so ist der Satz „gefordert ist Erfahren, vorhanden ist Fortgeschritten” überhaupt formulierbar. Mehr dazu: Kompetenzen.

Der Abgleich kennt vier Urteile, und sie bleiben bewusst getrennt:

UrteilBedeutungWas daraus folgt
erfülltvorhanden, mindestens auf der geforderten Stufepasst
unter Stufevorhanden, aber niedrigerweiterentwickeln
fehltgar nicht vorhandeneinstellen oder ausbilden
nicht vergleichbareine Stufenangabe fehltModell pflegen

„Nicht vergleichbar” ist kein Mangel der Person, sondern des Modells. Es als Lücke zu zählen würde jeden Mandanten, der ohne Stufen arbeitet, mit Falschmeldungen überziehen.

Die dritte Achse steht gleichberechtigt neben den ersten beiden. Ohne sie schlägt ein Planungswerkzeug zuverlässig die am besten passende und am stärksten ausgelastete Person vor.

Verfügbar ist nicht dasselbe wie vertraglich vorhanden: von der Grundlinie gehen Abwesenheiten und arbeitsfreie Tage ab. Was davon woher kommt und wie es gepflegt wird, beschreibt Bedarf & Ressourcenplanung und — sobald verfügbar — die Kapazitätsseite.

Ein Bedarf legt fest, ob ihn ein Mensch, ein KI-Agent oder beides decken darf. Agenten sind im Modell rollen- und kompetenzfähig wie Menschen und werden auf denselben Achsen bewertet. Die Einschränkung auf „nur Mensch” ist die bewusste Entscheidung — für alles mit Unterschrift, Personalbezug oder Governance-Charakter.

Es gibt bewusst keine zusammengezogene Punktzahl. Eine Zahl würde genau die Unterscheidung vernichten, die den Vorschlag brauchbar macht: dass jemand fachlich passt, aber keine Zeit hat, ist etwas völlig anderes als umgekehrt.