Das Bedarfsprofil — drei Achsen
Wer einen Bedarf deckt, muss auf drei Fragen passen. Zwei davon sind qualitativ, eine ist quantitativ — und sie werden getrennt beantwortet, weil sie zu verschiedenen Handlungen führen.
1. Tätigkeit — was zu tun ist
Abschnitt betitelt „1. Tätigkeit — was zu tun ist“Gebraucht wird selten „jemand mit Skill X”, sondern „jemand, der diese Arbeit macht”. Und diese Arbeit ist im Modell schon beschrieben: als Verantwortlichkeiten einer Rolle.
Ein Bedarf fordert deshalb in der Regel eine Rolle (Beziehungstyp REQUIRES_ROLE); ihre
Verantwortlichkeiten beschreiben, was zu tun ist. Gibt es keine passende Rolle, lassen sich
die Tätigkeiten frei eintragen — Bedarf ohne passende Rolle muss ausdrückbar bleiben.
Die Tätigkeit ist nicht die Kür, sondern die erste Frage. Ein Bedarf, der nur Kompetenzen nennt, sagt, was jemand kann — nicht, was er tun soll.
2. Können — was dafür gekonnt werden muss
Abschnitt betitelt „2. Können — was dafür gekonnt werden muss“Über den Beziehungstyp REQUIRES fordert ein Bedarf Kompetenzen, jeweils mit einer
Mindeststufe. Die Stufe steht dabei an der Beziehung, nicht an der Kompetenz — nur so
ist der Satz „gefordert ist Erfahren, vorhanden ist Fortgeschritten” überhaupt
formulierbar. Mehr dazu: Kompetenzen.
Der Abgleich kennt vier Urteile, und sie bleiben bewusst getrennt:
| Urteil | Bedeutung | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| erfüllt | vorhanden, mindestens auf der geforderten Stufe | passt |
| unter Stufe | vorhanden, aber niedriger | weiterentwickeln |
| fehlt | gar nicht vorhanden | einstellen oder ausbilden |
| nicht vergleichbar | eine Stufenangabe fehlt | Modell pflegen |
„Nicht vergleichbar” ist kein Mangel der Person, sondern des Modells. Es als Lücke zu zählen würde jeden Mandanten, der ohne Stufen arbeitet, mit Falschmeldungen überziehen.
3. Verfügbarkeit — ob überhaupt Zeit da ist
Abschnitt betitelt „3. Verfügbarkeit — ob überhaupt Zeit da ist“Die dritte Achse steht gleichberechtigt neben den ersten beiden. Ohne sie schlägt ein Planungswerkzeug zuverlässig die am besten passende und am stärksten ausgelastete Person vor.
Verfügbar ist nicht dasselbe wie vertraglich vorhanden: von der Grundlinie gehen Abwesenheiten und arbeitsfreie Tage ab. Was davon woher kommt und wie es gepflegt wird, beschreibt Bedarf & Ressourcenplanung und — sobald verfügbar — die Kapazitätsseite.
Wer darf decken
Abschnitt betitelt „Wer darf decken“Ein Bedarf legt fest, ob ihn ein Mensch, ein KI-Agent oder beides decken darf. Agenten sind im Modell rollen- und kompetenzfähig wie Menschen und werden auf denselben Achsen bewertet. Die Einschränkung auf „nur Mensch” ist die bewusste Entscheidung — für alles mit Unterschrift, Personalbezug oder Governance-Charakter.
Keine Gesamtnote
Abschnitt betitelt „Keine Gesamtnote“Es gibt bewusst keine zusammengezogene Punktzahl. Eine Zahl würde genau die Unterscheidung vernichten, die den Vorschlag brauchbar macht: dass jemand fachlich passt, aber keine Zeit hat, ist etwas völlig anderes als umgekehrt.
Verwandt
Abschnitt betitelt „Verwandt“- Bedarf & Ressourcenplanung — Übersicht über Bedarf, Plan und Deckung
- Laufender Betrieb und Vorhaben — Die zwei Arten von Bedarf
- Rollen — Rollen als Bündel von Tätigkeiten
- Kompetenzen — Kompetenzen und ihre Stufen